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Goldener WM-Tag für den NWBSV: Annika Drazek und Anna Köhler holen gleich zwei Titel in Whistler


Whistler/Winterberg.
(Bü) Bob-Anschieberin Annika Drazek vom BSC Winterberg hat zum zweiten Mal WM-Gold erobert. Nach dem Sieg mit Anja Schneiderheinze 2016 in Innsbruck-Igls triumphierte sie jetzt in dem von Mariama Jamanka (BRC Thüringen) gelenkten Schlitten im kanadischen Whistler. Während Stephanie Schneider/Ann-Christin Strack (BSC Sachsen Oberbärenburg/BC Stuttgart Solitude) den deutschen Doppelerfolg in diesem Krimi in vier Akten perfekt machten, erreichte der rein Winterberger Zweier Anna Köhler/Leonie Fiebig bei seiner Weltmeisterschafts-Premiere Platz sieben.

Wenige Stunden später schmückte sich Köhler sogar ebenfalls mit Gold. Sie jubelte im Team-Wettbewerb mit Deutschland 2. Welch ein großer Tag für den Nordrhein-Westfälischen Bob- und Schlittensportverband (NWBSV).

Satte 1,06 Sekunden betrug am Ende der Vorsprung der Siegerinnen auf den Silberrang. Danach hatte es zur Halbzeit nicht ausgesehen. Denn die amerikanische Titelverteidigerin Elana Meyers Taylor stellte angeschoben von Lake Kwaza im ersten Lauf einen neuen Bahnrekord auf, musste diese Führung zwar an die im zweiten Durchgang Bestzeit fahrenden Jamanka/Drazek abgeben, wies aber nach dem ersten Tag lediglich einen Rückstand von 13 Hundertstelsekunden auf. Doch die US-Girls stürzten im dritten Lauf in der berüchtigten „Fifty-fifty-Kurve“ während Jamanka/Drazek den erst 24 Stunden alten Bahnrekord um fast eine halbe Sekunde verbesserten und ihre Führung ausbauten. Auf dem Weg zu scheinbar souveränem Sieg machten sie es allerdings im vierten Durchgang noch einmal spannend – ausgerechnet ausgangs jener Kurve, die auch den US-Rivalinnen zum Verhängnis geworden war.

Die 23-jährige Bundespolizistin Drazek sprach jedenfalls von einer „brutalen“ Situation: „Ich sehe ja hinten nichts. Das war ein Geschepper unten runter, ich dachte kurz mal, ob wir nicht auf dem Kopf stehen oder ich gerade die Bremse küsse – bei der aerodynamischen Position, die ich eingenommen hatte. Und als wir unten waren dachte ich mir, das muss jetzt einfach reichen.“ Die fünf Jahre ältere Sportsoldatin Jamanka empfand bei der lediglich sechstbesten Laufzeit ähnlich: „In Kurve zwölf wusste ich schon, das wird jetzt schwierig. Ich war mir fast sicher, dass es nicht gereicht haben konnte und ich es versaut hatte.“ Sie fing sich jedoch schnell wieder und bewies Humor: „Ich versuche jetzt einfach, diesen vierten Durchgang zu vergessen und wir sind einfach nur Weltmeister geworden. Das ist unglaublich, megageil und fantastisch.“

Dagegen blieben Köhler/Fiebig auf dem siebten Rang, den sie bereits zur Halbzeit eingenommen hatten. Nach der fünften, siebten, sechsten und zehnten Laufzeit sowie in der Endabrechnung 2,33 Sekunden Rückstand auf die neuen Weltmeisterinnen war die 25-jährige Köhler enttäuscht: „Im Training lief es so gut, das konnte ich im Rennen leider überhaupt nicht abrufen. Die Fahrten waren am ersten Tag sehr schlecht und am zweiten nicht sauber. Dabei gefällt mir die Bahn eigentlich sehr gut und es macht Spaß, hier zu fahren.“

Angesichts des Damen-Doppelsieges zeigte sich Bundestrainer Rene Spies aus Winterberg sehr zufrieden, kommentierte aber gewohnt sachlich: „Wir haben natürlich auch von dem Sturz von Meyers Taylor profitiert. Unser Sieg hing ja am seidenen Faden mit Mariamas Fahrt im vierten Durchgang.“

Bei ihrem mehr als versöhnlichen Abschluss wurde Anna Köhlers Schlitten von Lisa Sophie Gericke (Mitteldeutscher Sportklub Magdeburg) angeschoben. Sie erzielten unter den neun Frauen-Zweierbobs die viertbeste Zeit. Davor und danach starteten die Skeleton-Asse Christopher Grotheer (BRC Thüringen) und Sophie Griebel (RT Suhl), doch erst am Schluss beförderte der überragende Männer-Zweierbob Johannes Lochner/Marc Rademacher (Stuttgart/BC Bad Feilnbach) das Team Deutschland 2 von Position drei auf eins. Gerade einmal 15 Hundertstel betrug der Vorsprung auf Kanada 1. Köhler genoss das Erlebnis: „Es lief für mich deutlich besser als im eigentlichen Wettbewerb. Wir hatten vor dem finalen Lauf von Hansi Lochner wirklich Nervenflattern, aber er hat es super runtergefahren.“

Dagegen beendete das Team Deutschland 1 mit Axel Jungk (Oberbärenburg), Mariama Jamanka/Franziska Bertels (BRC Thüringen/ESC Erfurt), Tina Hermann (WSV Königssee) sowie Nico Walther/Philipp Wobeto (Oberbärenburg/SC Potsdam) den Wettkampf nicht. Jamanka/Bertels rutschten nach einem Sturz ins Ziel und Walther/Wobeto traten sicherheitshalber nicht an, weil sich beim Aufwärmen wieder leichte Verletzungsprobleme des Piloten bemerkbar gemacht hatten.

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